Fragenarchiv

Zur Zeit sind 1170 beantwortete Fragen im Archiv:

kim : Chemie

Bei welchen Elementen folgt die maximale Schalenbesetzung?

Antwort:

Hallo Kim,

bei den Edelgasen sind alle Schalen gefüllt.

Gruß
Oliver Reiser

 

lisa : alkalimetalle

wieso müssen die erdalkalimetalle-bis auf barium und radium- nicht in einer besonderen flüssigkeit aufbewahrt werden ?

Antwort:

Hallo Lisa,

Beryllium und Magnesium überziehen sich an der Luft mit einer dünnen, aber dichten Oxidationsschicht, die sie von weiterer Oxidation schützt und auch vor Reaktionen mit Wasser schützt, man spricht von Passivierung. Das gleiche gilt auch für Calcium, gegenüber Wasser (oder feuchte Luft) ist diese Oxidationsschicht jedoch nicht beständig, so dass es mit Wasser, wie auch Barium und Radium, vollständig reagiert. Calcium sollte daher auch stets geschützt vor Feuchtigkeit aufbewahrt werden.

Gruß
Oliver Reiser

 

Stephan Vogt: Natriumthiosulfat in der Feuerwehr?

Sehr geehrter Herr Prof. Reiser,

mein Name ist Stephan Vogt, ich bin Studierender der Chemie (BSc) an der Uni Siegen und ehrenamtlich in der Feuerwehr tätig.
Ein Chlorgasunfall in der Nachbargemeinde hat die Wehrführung auf die Gefahren von elementarem Chlor sensibilisiert und sie haben mich gefragt, wie man die Gefahr eindämmen könnte.
Aus meinem AC Praktikum weiß ich, dass Halogene oder andere stark oxidierende Substanzen mit Thiosulfatsalzen entsorgt werden können.
Deshalb habe ich mir gedacht, dass rund um ein Gebäude bei einem Chlorgasunfall eine niedermolare Thiosulfatlösung versprüht werden könnte. Ein anderer (bereits promovierter Chemiker) meinte aber, es wäre vorteilhafter, das Chlor ohne Einflussnahme der Feuerwehr entweichen zu lassen....
Ich wende mich an Sie, da ich von Ihrer HP weiß, dass Sie ein engangierter Chemiker in Alltagsfragen sind und ich gerne von einer Referenz meinen Vorschlag überprüft haben möchte. Es ist eben doch ein etwas beklemmendes Gefühl als Chemiestudent einer Feuerwehr etwas zu raten, wenn man die Umweltfolgen nicht so genau abschätzen kann.
Würde Thiosulfat bzw. abreagiertes Tetrathionat auf die Umwelt Einfluss nehmen? Wie würden Sie das Prblem handhaben?

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Vogt
Kölnerstraße 94
57368 Lennestadt
Student an der Universität Siegen

PS: Kompliment an Sie und Paula Bruice für das großartige Organik Buch. Leider wird an unserer Uni der Vollhardt vorgezogen, aber ich habe mir den Bruice schon in den Semesterferien geholt und bin gerne dabei geblieben. Das am besten aufbereitete Chemiebuch, dass ich kenne!

Antwort:

Hallo Stephan

erst mal vielen Dank für die netten Worte zum Bruice.

Chemisch ist das Niederschlagen von Chlordämpfen sinnvoll, aber die Gefährdung durch Thiosulfat - obwohl nicht akut toxisch - ist auch nicht zu vernachlässigen. Um so einen Gasunfall zu bekämpfen, muss man ja flächemäßig große Mengen versprühen. Effektiv ist das Niederschlagen durch fein versprühtes Wasser (2.3 l Chlor, also etwa 8 g lösen sich in einem Liter Wasser), wodurch Chlorwasser wie im Schwimmbad entsteht.

Ein Entweichenlassen in die Umwelt ist - je nach Menge natürlich - problematisch, da Chlor schwerer ist als Luft dann an anderer Stelle wieder runter kommen kann.

Gru und weiterhin viel Erfolg im Studium
Oliver Reiser

 


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